Mobilität

Die goldenen Regeln für das Ausfüllen von Unfallberichten

17. August 2015
Hier sind die Grundregeln und einige Ratschläge zum ordnungsgemäßen Ausfüllen von Unfallberichten bei Autounfällen in Luxemburg

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mir besonders am Herzen liegt, denn allzu häufig habe ich es bei meiner alltäglichen Arbeit mit unbrauchbaren Unfallberichten zu tun. Und leider ist es häufig so, dass Fehler beim Ausfüllen zulasten unserer Versicherten gehen.

Hier sind die Grundregeln und einige Ratschläge zum ordnungsgemäßen Ausfüllen von Unfallberichten.

Zunächst einmal sei festgehalten, dass das Ausfüllen und Unterzeichnen des Unfallberichts nicht bloß eine unbedeutende Formalität ist, sondern vielmehr eine wesentliche Grundlage für die Bearbeitung Ihres Schadenfalls.

  • Sie haben das Recht, Ihre Unterschrift auf dem Unfallbericht zu verweigern. Mit der Verweigerung Ihrer Unterschrift erklären Sie Ihr Nichteinverständnis. Auch wenn Sie gesetzlich zum Ausfüllen des Unfallberichts verpflichtet sind, besteht keine Pflicht, dieses Dokument zu unterzeichnen. Lassen Sie sich diesbezüglich auf keinen Fall beeinflussen, auch dann nicht, wenn Polizeibeamte am Unfallort sind. Diesbezüglich möchte ich darauf hinweisen, dass die Gerichte dem Unfallbericht den Wert eines „außergerichtlichen Schuldanerkenntnisses“ beimessen. Das bedeutet, dass Sie mit Ihrer Unterschrift die Gesamtheit der im Bogen notierten Einzelheiten ohne Vorbehalt anerkennen und akzeptieren. Nach der Unterschrift gibt es also kein Zurück mehr.
  • Bewahren Sie Ruhe! Ganz gleich, ob es sich um einen kleinen oder großen Unfall handelt, ob er leichte oder schwerwiegende Folgen hat, bei einem Unfall stehen wir häufig unter Schock. Damit Sie erst einmal durchatmen können und wieder zu sich kommen, sollten Sie es dem anderen Unfallbeteiligten überlassen, seine Spalte im Unfallbericht zuerst auszufüllen. Dadurch haben Sie die nötige Zeit, sich etwas zu beruhigen.
  • Geben Sie immer ganz genau das Datum, den Ort und die Uhrzeit des Unfalls an. Anhand dieser Angaben wird unter anderem bestimmt, welches Recht für den jeweiligen Unfallort gilt.
  • Zeugen: Sie sollten wissen, dass Personen, die einen Unfall gesehen haben und sich einfach vom Unfallort entfernen, unter Umständen mit einer Geldstrafe belegt werden können. Daher ist es wichtig, dass Sie sich umschauen und die Namen der anwesenden Personen aufnehmen. Zeugen sind insbesondere dann wichtig, wenn die Gegenseite ihre Verantwortlichkeit abstreitet. Ein neutraler Zeuge ist in der Lage, Ihre Version des Unfallhergangs zu bestätigen. Dazu benötigen Sie den Nachnamen, Vornamen und die vollständige Adresse des Zeugen. Allein eine Telefonnummer wird Ihnen nicht viel bringen, denn nur eine schriftliche Zeugenaussage ist maßgeblich.
  • Halten Sie sich bei der Beschriftung der Unfallskizze an die Bezeichnung „Fahrzeug A" und „Fahrzeug B". Wenn die Fahrzeuge nicht richtig bezeichnet sind, führt das nur zu unnötiger Verwirrung und erschwert die Arbeit für Ihren Sachbearbeiter.
  • Überprüfen Sie die Vollständigkeit der Angaben des anderen Unfallbeteiligten. Dieser muss seine Spalte vollständig ausfüllen, von Punkt 6 bis Punkt 9. Die Marke, das Modell, das amtliche Kennzeichnen und der Ort der Zulassung müssen unbedingt angegeben werden. Denken Sie auch daran, Fotos von der Grünen Versicherungskarte und vom Führerschein zu machen. Hinweis: Der Versicherungsnehmer ist nicht der Versicherer (ich hatte schon so einen Fall), und es kann sich dabei auch um jemand anderen als den Fahrzeugführer handeln. Sie sind zur Überprüfung der Daten berechtigt bzw. Sie können die Polizeibeamten bitten (sofern diese vor Ort sind), die Daten zu überprüfen.
  • Die Umstände: In praktisch allen Fällen wird einer der aufgeführten Umstände (Möglichkeiten zum Ankreuzen) Ihrer Unfallsituation entsprechen; außer wenn Sie ganz normal auf der Fahrbahn gefahren sind. In diesen Fall kreuzen Sie bitte keinen der Umstände an. Achten Sie darüber hinaus bei den aufgeführten Umständen ganz genau auf den Wortlaut. Der Umstand Nr. 8 „fuhr heckseitig auf“ bedeutet beispielsweise ganz und gar nicht, dass „Ihnen der andere Unfallbeteiligte von hinten ins Auto gefahren ist“, es bedeutet vielmehr das Gegenteil. Der Umstand Nr. 1 „Fahrzeug parkte (auf der Straße)“ muss immer dann angekreuzt werden, wenn Ihr Fahrzeug NICHT in Bewegung war, also auch dann, wenn der Motor lief und Sie auf eine freie Parklücke warteten.
  • Die Unfallskizze: Ein weiteres sehr wichtiges Element zur Bestimmung der Haftung. Man brauch kein PICASSO zu sein, um eine solche Skizze anzufertigen. Jeder von uns ist in der Lage, schematisch die Straßenführung, die Beschilderung, die Position der Fahrzeuge und deren Fahrtrichtung einzuzeichnen. Die Bearbeitung viel zu vieler Schadenfälle scheitert an unbrauchbaren Unfallskizzen. Also, wecken Sie den Künstler in Ihnen.
  • Die Schäden: Um ein etwaiges Abstreiten der Gegenseite von vornherein zu vermeiden, und auch dann, wenn es im ersten Moment scheint, als sei kein Schaden entstanden, sollten Sie stets die Aufprallpunkte und die sichtbaren Schäden festhalten. Vermerken Sie zum Beispiel „vorbehaltlich näherer Untersuchung“. Betrachten Sie das Fahrzeug aus der Vogelperspektive: links ist die Fahrerseite und rechts ist die Beifahrerseite.
  • Unter „Bemerkungen" können Sie ergänzende Einzelheiten zum Unfallhergang angeben. Formulieren Sie dabei klar, einfach und verständlich. Je nach Rechtsordnung des jeweiligen Landes hat dieses Feld mehr oder weniger Auswirkungen. In Belgien zum Beispiel stützen sich die Versicherungsgesellschaft auf diese Bemerkungen, um den Unfallhergang nachzuvollziehen. In Luxemburg gilt, dass dieses Feld nicht einwendbar ist, was bedeutet, dass die Versicherer die Angaben in diesem Feld nicht berücksichtigen müssen.
  • Notieren Sie im Unfallbericht auch, wenn weitere Fahrzeuge am Unfall beteiligt waren und bezeichnen Sie diese mit C, D usw.
  • Trennen Sie die beiden Durchschläge – beide sind Originale – nachdem alles ausgefüllt und unterzeichnet ist. Nach dem Trennen der Durchschläge ist es übrigens zu spät und außerdem strengstens verboten, Ihr Original zu ändern bzw. zu bearbeiten.
  • Bedenken Sie auch, dass Sie beim Verlassen des Unfallortes ohne das Ausfüllen eines Unfallberichts möglicherweise den Tatbestand einer Unfallflucht erfüllen.

Nachfolgend möchte ich Ihnen zwei Beispiele präsentieren: Ein Unfallbericht ist ordnungsgemäß ausgefüllt, der andere nicht. Viel Spaß beim Auffinden der Unterschiede!

Constat-amiable-correct

  

Constat-amiable-INcorrect

  

Et croyez-nous le faux n’est pas du tout imaginatif, c’est exactement ce qu’il nous arrive de recevoir comme constat. Et bien sûr, toute similitude entre de vraies personnes est purement fortuite et quelques libéralités ont été prises pour les numéros et données.

Avec toutes ces informations, vous serez le maître de la situation.

Bonne route et restez prudent.